Stichprobenprüfung im Wareneingang — Ablauf, Norm und Praxis
Warum Stichprobenprüfung im Wareneingang?
Eine 100%-Prüfung aller angelieferten Teile ist in den meisten Produktionsbetrieben wirtschaftlich nicht sinnvoll. Die Stichprobenprüfung nach ISO 2859-1 ermöglicht eine statistische Qualitätssicherung mit vertretbarem Prüfaufwand — normkonform und auditfest.
Die 5 Schritte der Wareneingangsprüfung
Schritt 1: Losgröße bestimmen. Ein Los ist typischerweise eine Lieferung oder eine Produktionscharge eines Lieferanten.
Schritt 2: Prüfniveau wählen. Standard ist Prüfniveau II. Für kritische Teile Prüfniveau III.
Schritt 3: AQL-Wert festlegen. Je nach Fehlerklasse: Kritisch (≤0.065), Haupt/Major (1.0-2.5), Neben/Minor (4.0-6.5).
Schritt 4: Stichprobe entnehmen und prüfen. Zufällig aus dem Los entnehmen, auf Fehler untersuchen.
Schritt 5: Ergebnis dokumentieren. Annahme oder Zurückweisung protokollieren, Prüfhistorie aktualisieren.
Losgröße bestimmen — was zählt als Los?
Ein Los ist eine definierte Menge von Teilen, die unter gleichen Bedingungen produziert und angeliefert wurde. Typisch: eine Lieferung, eine Palette, eine Produktionscharge. Die Losgröße ist die Grundlage für die Tabelle I der ISO 2859-1.
Ergebnis dokumentieren — Anforderungen für ISO 9001 / IATF 16949
Das Prüfprotokoll muss mindestens enthalten: Datum, Lieferant, Artikel-Nr., Losgröße, Prüfniveau, AQL-Wert, Stichprobenumfang, Anzahl gefundener Fehler, Entscheidung (Annahme/Zurückweisung), Prüfer, Prüfschärfe. IATF 16949 verlangt zusätzlich den Nachweis des Prüfschärfewechsels.
Von Excel zur digitalen Prüfhistorie
Excel ist für die Wareneingangsprüfung ungeeignet: kein automatischer Schärfewechsel, keine revisionssichere Speicherung, kein ISO-konformes Protokoll. StichprobenPilot übernimmt alle fünf Schritte digital — in 10 Sekunden statt 5 Minuten Tabellensuche.